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von Verein Bethesda
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Interview mit Thomas Stettler

«Der Verein Bethesda und das Schloss Utzigen teilen eine ähnliche Wertebasis»

Thomas Stettler ist seit 2014 Geschäftsführer des Wohn- und Pflegeheims Utzigen. Heute stehen in Utzigen rund 200 Plätze in der Langzeitpflege sowie 24 Plätze für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zur Verfügung. Der Verein Bethesda und das Wohn- und Pflegeheim Utzigen haben eine gemeinsame Vergangenheit und sind beide tief in der neuronalen Pflege und Gesundheit verankert. Im Interview gibt Thomas Stettler Einblick ins «Schloss Utzigen».

Wie hat sich das Wohn- und Pflegeheim Utzigen seit seiner Gründung 1875 entwickelt?
Das Schloss Utzigen hat eine lange Geschichte. In den ersten 100 Jahren prägten schwierige Bedingungen den Betrieb. Ursprünglich gründeten 84 Oberländer Gemeinden die Institution, um Menschen aufzunehmen, die nicht mehr arbeitsfähig waren. 1968 erfolgte eine strategische Neuausrichtung hin zur Langzeitpflege. Damit stellte die Institution die Weichen für die heutige Entwicklung. Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 2013 mit der Umwandlung in eine privatrechtliche Stiftung. 

Was zeichnet Ihr Angebot aus?
Wir vereinen Pflege, Betreuung, Therapie und medizinische Versorgung unter einem Dach. Unser Angebot richtet sich an Menschen mit somatischen und neurologischen Erkrankungen sowie an Personen mit psychischen Beeinträchtigungen. Damit verstehen wir uns als Gesundheitskompetenzzentrum im Bereich der Langzeitpflege. Uns ist zudem wichtig, dass die Bewohnenden unabhängig ihrer finanziellen Situation betreut werden – egal ob «Selbstzahler» oder mit Ergänzungsleistungen unterstützt.

Im Logo prangt der Zusatz «gepflegtes Wohnen» – was verstehen Sie persönlich darunter?
Unser Ziel besteht darin, den Bewohnenden ein möglichst gutes Zuhause für ihre letzte Lebensphase zu bieten. Wir organisieren das Leben in überschaubaren Wohngruppen mit 14 bis 18 Personen. So schaffen wir eine persönliche und familiäre Atmosphäre. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt nur noch zwei Jahre. Das zeigt, dass wir die Menschen vor allem in ihrer letzten Lebensphase begleiten.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Verein Bethesda?
Der erste Kontakt entstand 2022 durch eine Anfrage von Urs Schenker, dem damaligen Delegierten des Vereins Bethesda. Sie suchten eine Lösung für die Betreuung ihrer Langzeitpatienten. Bereits im ersten Gespräch erkannten wir grosse Gemeinsamkeiten. Wir entschieden uns nach kurzer Bedenkzeit dazu, die 25 Patientinnen und Patienten aus der epileptologische Langzeitpflege zu übernehmen. Innerhalb eines halben Jahres setzten wir eine vollständige Integration um – eine organisatorische Meisterleistung.

Wie verlief die Integration konkret?
Zwischen 2023 und 2025 führten wir den Betrieb weiter in Tschugg. Die ärztlichen und pflegerischen Leistungen erfolgten vor Ort vom erfahrenen Pflegeteam, während die organisatorische Führung bei uns lag. Die Distanz von rund 50 Fahrminuten stellte uns vor logistische Herausforderungen. Da der absehbare Wechsel des Arbeitsortes von Tschugg nach Utzigen nicht für alle Mitarbeitenden in Frage kam, kam es im Verlaufe der beiden Jahre zu vermehrten Personalabgängen. Das führte dazu, dass wir 2024 relativ kurzfristig fünf besonders pflegebedürftige Personen nach Utzigen verlegten. 

Welche Auswirkungen hatte die Integration auf Ihren Betrieb in Utzigen?
Das war im Grunde genommen ein Glücksfall. Wir waren bereits in der Planung eines grösseren Bauprojektes mit zusätzlichen Einzelzimmern. Durch die Übernahme der Bewohnenden aus Tschugg konnten wir unsere Kapazitäten im Neubau von Beginn an vollständig auslasten. Langfristig erwies sich die Konzentration des Angebots in Utzigen als ideal, auch weil die Infrastruktur in Tschugg nicht mehr zeitgemäss war.

Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit dem Verein Bethesda?
Die Zusammenarbeit war von Beginn an sehr partnerschaftlich und von viel Grosszügigkeit geprägt. Beide Institutionen teilen eine ähnliche Wertebasis. Diese gemeinsame Haltung hat die Zusammenarbeit wesentlich erleichtert und geprägt. Während der gesamten Betriebszeit in Tschugg unterstützte uns der Verein Bethesda in verschiedenen Situationen. Wir profitierten von einem sehr fairen Mietzins und grossem Entgegenkommen in allen Belangen. Nach dem Umzug nach Utzigen besteht der Kontakt weiterhin. Eine zweckgebundene Spende kommt gezielt den ehemaligen Bewohnenden aus Tschugg zugute.

Wie entwickeln Sie die Institution in einem stark regulierten Umfeld weiter?
Der Markt ist stark reguliert und die Anforderungen steigen kontinuierlich. Gleichzeitig müssen wir wirtschaftlich arbeiten. Wir hinterfragen unsere Ausrichtung regelmässig und suchen aktiv nach neuen Lösungen. Die Zusammenarbeit mit der Klinik Siloah in Gümligen war eine bewusste Entscheidung und wegweisend für unsere Spezialisierung im neurologischen und geriatrischen Bereich. Heute haben wir in Utzigen von Montag bis Freitag einen Assistenzarzt aus Gümligen vor Ort. Das ist ein grosser Marktvorteil und erleichtert die Prozesse vor Ort enorm.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Schloss Utzigen?
Die Herausforderungen werden weiter zunehmen. Deshalb brauchen wir ein starkes Team, das gemeinsam Verantwortung übernimmt. Unsere Geschäftsleitung arbeitet sehr gut zusammen und verfolgt klare Ziele. Wir benötigen Mitarbeitende, die unsere Werte teilen und die steigenden Anforderungen mittragen. Die Arbeit in der Pflege verlangt Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Herzblut. Mir ist wichtig, nahe am Betrieb zu bleiben und für Mitarbeitende sowie Bewohnende erreichbar zu sein.

Abschliessend danke ich – auch im Namen des Verwaltungsrats und der strategischen Führung – dem Verein Bethesda für die grosse Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

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Bethesda 13 · CH-3233 Tschugg

Tel. +41 32 338 10 80
info@bethesdatschugg.ch

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